Logo vom Kinderbuch "Weihnachten im Traumland – Die verlorenen Wünsche", ein E-Book für Kinder ab 5 Jahren zum Vorlesen mit einer Gute-Nacht-Geschichte für Weihnachten zum Entspannen, Träumen und Einschlafen

Kapitel 3: Die Wünsche in den Wolken

🎯 ab 5 Jahren

🕔 ca. 10 Minuten

📚 aus dem E-Book: Weihnachten im Traumland

Darum geht's

Auf den schimmernden Wolkenweiden suchen Toni, Mo und Mona nach verstreuten Kinderwünschen. Doch als ein letzter, fast verblasster Wunsch auftaucht, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – und nur gemeinsam können sie ihn retten.

Die Wolkenweiden liegen wie ein weiches, schimmerndes Meer vor ihnen. Schon von Weitem sieht Toni, wie die großen, bauschigen Weidenkronen langsam im Wind wogen – als würden sie atmen. Der Himmel darüber ist hell und weit, ein ununterbrochenes Blau, nur durchzogen von einigen zarten, glitzernden Schneeflocken, die immer noch durch das Traumland tanzen, seit der Weihnachtsmann angekommen ist.

„Es fühlt sich an wie früher“, murmelt Toni, während sie den Hügel hinaufsteigen. „Wie im ersten Abenteuer.“

Mo hüpft neben ihm her. „Wie früher, nur mit mehr Glitzer! Und mehr Schnee! Und mehr— oh! Wolkenschafe!“

Mona schlägt ihr Notizbuch auf. „Wolkenschafe sind schon immer hier, Mo. Das ist keine Überraschung.“

Doch Mo hört sie gar nicht. Vor ihnen hoppelt bereits eine kleine Herde von Wolkenschafen über die Wiese – schwebend, weich, und jedes mit einer winzigen Spirale schimmernden Traumnebels im Fell. Ein großes Schaf blökt freundlich und kommt näher.

„Das ist Wolli!“, ruft Toni. „Und… da! Da kommt Tanja Traumel!“

Zwischen zwei Wolkenbäumen tritt eine vertraute Traumelin hervor – Tanja Traumel, die Hüterin der Wolkenweiden. Ihr lilarosanes Fell glänzt im Licht, und in ihren Händen hält sie wie immer einen Wolkenkamm, mit dem sie die besonders bauschigen Stellen der Bäume ordnet.

„Toni Traumel! Was für eine Überraschung!“ ruft Tanja und eilt auf sie zu. „Mo! Mona! Was verschlägt euch hierher? Und warum trägt Toni eine Glocke um den Hals wie ein Festtagsrentier?“

Mo antwortet mit ruhmreichem Schwung: „Wir retten Weihnachten!“

Mona seufzt. „Zumindest versuchen wir es.“

Toni hebt die kleine silberne Glocke. „Wir suchen verlorene Kinderwünsche. Der Weihnachtsmann braucht sie zurück, bevor sie … verblassen.“

Tanja sieht besorgt aus. „Oh. Dann seid ihr hier richtig. Die Wolkenweiden sind heute seltsam unruhig. Die Wolkenschafe blöken in alle Richtungen, und ständig glitzert etwas am Boden. Ich dachte erst, es wären gefrorene Morgentauperlen… aber nun…“

In diesem Moment klingelt Tonis Glocke einmal leise. Ein warmer, zarter Ton schwebt durch die Luft wie eine wachsende Hoffnung. „Ein Wunsch ist in der Nähe!“ ruft Toni.

Mo stürmt sofort los. „Ich hab ihn! Ich hab ihn! Ich— oh… das ist nur ein Stein.“ Der Stein platscht leise ins Wolkengras.

Mona schüttelt den Kopf. „Wir sollten strukturiert vorgehen. Erst feldausrichten, dann Sektoren ablaufen, dann—“

Doch Toni hört nicht mehr zu, denn die Glocke klingelt erneut – etwas lauter, etwas klarer. Unter einem niedrigen Wolkenbaum sieht Toni ein Licht glimmen. „Hier!“ ruft er und kniet sich ins weiche Nebelgras. Dort, zwischen zwei Wurzelwolken, liegt etwas Rundes – ein Wunsch.

Er sieht aus wie eine kleine, schimmernde Kugel, heller als eine Schneeflocke, weicher als ein Stern. Und als Toni ihn berührt, wird er warm, als hätte ein leises Dankeschön in ihm gezuckt.

„Oh!“ Tanja hält sich eine Pfote vor den Mund. „Wie wunderschön!“

Mona holt sofort ein kleines Glas hervor – ein Sammelglas für den Transport zur Traumfabrik. Es ist bereit für die erste Wunschenergie. Toni setzt den Wunsch vorsichtig hinein. Kaum berührt die Kugel die Glaswand, beginnt sie heller zu leuchten und wirbelt langsam nach oben, als wolle sie die ganze Luft im Glas mit Hoffnung füllen.

„Einer geschafft!“ ruft Mo. „Wie viele fehlen denn noch? Zehn? Hundert? Tausend? ZWANZIGTAUSEND?“

„Bitte nicht“, murmelt Mona.

Doch die Glocke klingelt wieder. Und wieder. Und wieder. Die Wolkenweiden leuchten heute in einem Meer aus winzigen Wunschlichtern. Mal hängen sie in Wolkenzweigen, mal kleben sie im Fell der Wolkenschafe, was diese offensichtlich verwirrt, und einmal findet Mo sogar einen Wunsch, der ganz langsam in der Luft schwebt, als hätte er vergessen, dass man eigentlich runterfallen sollte.

„Ich glaube, dieser Ballon hier will nicht gefangen werden“, keucht Mo, während er tanzend versucht, den schwebenden Wunsch einzufangen.

„Das ist ein Wunsch, kein Luftballon“, korrigiert Mona streng.

Toni beobachtet sie beide und muss lächeln. Trotz des Stresses fühlt es sich warm an, hier mit seinen Freunden zu sein, während rund um sie herum die Wolkenweiden im sanften Licht glitzern. Nach einer Weile haben sie bereits viele Wünsche eingesammelt. Das Glas beginnt zu leuchten – goldene, rosige, silberne Lichtkugeln drehen sich darin wie kleine Sternchen.

„Das läuft gut“, sagt Tanja. „Vielleicht habt ihr alle Wünsche hier auf den Wolkenweiden gefunden!“

Doch in diesem Moment hören sie ein dumpfes Pling – die Glocke vibriert besonders lange. Toni sieht zur Karte hinab. Ein winziger Punkt leuchtet dort. Aber ganz schwach. So schwach, dass er fast nur noch flackert.

„Oh nein“, murmelt Mona. „Das ist einer der letzten hier. Und er… er verliert Kraft.“

Mo schnapp nach Luft. „Er verliert Kraft? Heißt das… er geht aus?“

Der Punkt auf der Karte blinkt. Einmal. Ganz schwach. Und dann – ist der Punkt weg.

Mo schreit auf. „ER IST TOT! EIN WUNSCH IST GESTORBEN! WIR HABEN IHN VERLOREN! KINDERTRÄNEN! WELTUNTERGANG! SCHNEECHAOS!“

„Mo!“, ruft Mona streng. „Reiß dich zusammen! Ein Wunsch… verblasst nicht sofort. Er kann noch irgendwo sein. Die Karte zeigt nur keinen festen Ort mehr.“

Mo schnieft. „Aber… was, wenn er schon… puff … weg ist?“

Toni sieht ihn fest an. „Solange wir ihn nicht gefunden haben, geben wir nicht auf.“

Tanja tritt näher. „Einer der Wünsche ist die letzten Stunden öfter zwischen den Wolkenschafen aufgetaucht. Mal hier, mal dort. Wie der Wind. Vielleicht ist er noch in der Nähe – nur… instabil.“

„Dann müssen wir ihn finden, bevor er endgültig erlischt“, sagt Mona und schließt entschlossen ihr Notizbuch. „Ich habe mir gemerkt, wo der Punkt ungefähr war.“

Toni hebt die silberne Glocke. Sie ist still. Zu still. „Komm schon“, flüstert Toni. „Du hast uns bisher geführt… bitte, mach es noch einmal.“ Nichts.

Mo tritt zögernd näher. „Vielleicht… müssen wir leiser sein. Nicht so viel reden. Wünsche mögen vielleicht Ruhe? Oder Wolken. Oder warme Pfoten. Oder… äh… Kekse.“

Doch dann – Ein leises Drrrring. Ganz fein, fast wie ein Flügelschlag. Die Glocke vibriert in Tonis Händen. „Er ist noch da“, haucht Toni.

„Wo? Wo? WO?“ Mo dreht sich im Kreis.

„Die Glocke zeigt die Richtung“, erklärt Mona und deutet auf die leichte Schwingung. „Dort entlang. Zwischen die großen Wolken. Dorthin, wo die Wolken am dichtesten stehen.“

Toni spürt, wie sein Herz schneller schlägt. Der letzte Wunsch auf den Wolkenweiden… Der Wunsch, der fast verblasst ist.

Tanja winkt ihnen zu. „Ich komme mit! Ich kenne jedes Schaf und jede Wolke hier.“

Gemeinsam laufen sie los – Toni vorneweg, Mo und Mona dicht hinter ihm, Tanja und eine Handvoll Wolkenschafe im Gefolge.

Je näher sie dem dichtesten Teil der Wolkenwiese kommen, desto stiller wird es. Der Wind wird sanfter. Die Luft dichter. Und die Wolkenbäume stehen so nahe beieinander, dass nur einzelne Lichtstrahlen hindurchfallen.

Und dann – Drrrring. DrrrRRRING. Die Glocke vibriert heftig.

„Hier muss er sein“, sagt Toni.

Aber sie sehen nichts.

Mo kriecht unter einen Wolkenbaum. „Nicht hier!“

Mona leuchtet mit einer Traumkristalllampe. „Nicht oben!“

Tanja tastet vorsichtig die Wolkenwurzeln ab. „Nicht unten.“

Die Glocke wird lauter. Dringlicher. Drrrring. Drrrring.

„Er ist ganz nah…“, flüstert Toni.

Mo steht plötzlich kerzengerade. „Ich spüre was! Ein warmes… Flimmern? Oder… vielleicht hab ich wieder Hunger. Das passiert mir oft.“

Aber diesmal hat Mo recht. Zwischen zwei Wolkenwurzeln, so tief versteckt, dass man es erst im zweiten Blick sieht, glimmt etwas. Ganz schwach. Ein Licht, kaum größer als ein Käfer.

„Da ist er!“, ruft Toni und kniet sich hin.

Der Wunsch flackert. Er wirkt müde. Fast durchsichtig.

„Er… er verblasst wirklich“, flüstert Mona.

„Wir müssen ihn ganz vorsichtig aufnehmen“, sagt Tanja. „Zu starke Bewegungen könnten ihn zerbrechen.“

Toni legt beide Pfoten um das kleine Licht. Es fühlt sich schwach an. Warm, aber zittrig. Wie eine Kerzenflamme im Wind. „Ich hab dich“, flüstert er. „Du bist nicht allein.“

Als hätte der Wunsch diese Worte verstanden, glimmt er einen Moment lang heller. Gerade so, dass man wieder seine Form erkennen kann. Toni setzt ihn vorsichtig ins Glas. Sofort beginnt Mona das Glas langsam zu schließen, damit der Wunsch nicht erneut entweicht. Kaum ist der Deckel zu, wirbelt das Licht ganz langsam nach oben. Ein feiner, heller Ton erklingt – nicht von der Glocke, sondern aus dem Wunsch selbst.

„Er erholt sich“, sagt Tanja erleichtert.

Mo lässt sich mit einem lauten Plumps ins Wolkengras fallen. „Ich dachte schon… weihnachtliche Katastrophe… Schneestürme für immer… Kinder ohne Geschenke… aber wir haben ihn! WIR HABEN IHN!“

Mona lächelt. „Ja, Mo. Dank uns allen.“

Toni sieht ins Glas. Der schwache Wunsch glimmt nun stärker – nicht so hell wie die anderen, aber lebendig. Gerettet.

„Das war der letzte Wunsch auf den Wolkenweiden“, sagt Mona. „Jetzt können wir die Wünsche zur Traumfabrik schicken und weiterziehen.“

„Wohin zeigt die Karte als Nächstes?“ fragt Tanja.

Toni schaut auf die Karte. Ein neuer Punkt glimmt. Weiter entfernt.

„Die Lachhügel“, murmelt Mona.

Toni spürt, wie seine Pfoten kribbeln. Das Abenteuer geht weiter. Und die Wünsche warten.

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Weihnachten im Traumland – Die verlorenen Wünsche

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