Logo vom Kinderbuch "Milas Zauberwörter", ein Vorlesebuch ab 6 Jahren über eine Elfe, Tiere und Magie von Ines Gölß
Beitragsbild zum ersten Kapitel vom Kinderbuch "FC Traumtor – Rettet den Astro-Cup", ein E-Book für Kinder ab 5 Jahren zum Vorlesen mit einer Gute-Nacht-Geschichte über Fußball, Weltraum, Abenteuer und Freundschaft

Milas Zauberwörter

🎯 ab 5 Jahren

🕔 ca. 8 Minuten

📚 aus dem E-Book: Milas Zauberwörter

Darum geht's

Mila kann besondere Sätze zaubern, die Mut machen. Egal ob Angst vor einem Gewitter oder Lampenfieber, die Elfe weiß stets einen Rat.

1 – Wie gemein!

Mila streift durch den Beerenwald.

»Vielleicht kann ich heute einem Tier helfen, sich besser zu fühlen«, murmelt sie vor sich hin.

Sie singt: »Elfenkinder, zart und fein, hüpfen über Stock und Stein, schwirren gern herum durch die Lüfte, summ, summ, summ.«

Mila lacht. Sie hüpft weiter über das Moos. Plötzlich bleibt sie stehen. 

»Da! Da ist doch etwas!«

»Wuhäää«

Mila lauscht, aus welcher Richtung das Weinen kommt. Langsam tapst sie weiter. In der Nähe versteckt sie sich hinter einem Baum. Vorsichtig lugt sie hervor.

»Ach, du bist es«, ruft sie erleichtert.

»Was ist denn passiert? Hast du dir wehgetan?«

Ein kleiner Hase sitzt auf dem Waldboden. Er wischt sich mit der Pfote die Tränen aus dem Gesicht.

»Die sind immer so gemein zu mir«, schluchzt er.

»Wer ist gemein zu dir?«, will Mila wissen. Sie stemmt die Hände in die Hüften. »Das ist ja unerhört.« Mila mag es gar nicht, wenn jemand geärgert wird.

»Helga und Holger, die zwei Hasen! Sie haben mich ausgelacht, weil ich nicht so schnell hoppeln kann wie sie«, schnieft er. »Schneckenholli, nennen sie mich. Wuhäähäähä.«

Mila hält sich die Ohren zu. Sie brüllt: »Ich verstehe, dass du traurig bist. Das ist nicht nett von deinen Freunden.«

»Das sind nicht mehr meine Freunde«, schnieft Holli vor sich hin.

»Willst du mal sehen, was meine große Tasche für dich bereit hält?«, will Mila von dem Hasen wissen. 

Gespannt nickt er mit dem Kopf.

»Na, dann los!«, ruft sie. 

Mila macht ihre Tasche weit auf. Schon drängeln die Buchstaben heraus. Sie sagt freudig: »Nimm dir Zeit! Sei bereit! Jetzt ist Mutmachzeit!«

Staunend sehen die beiden den Buchstaben zu. Diese tanzen durch die Luft. Dann bilden sie schwebende Wörter.

Mila liest laut vor:

Ich liebe mich so, wie ich bin.

»Was sagst du dazu?,“ fragt Mila.

Holli brummt.

»Ich glaube, ich weiß, was dein Problem ist«, sagt Mila. »Du ärgerst dich selbst, dass du so langsam bist.«

Der Hase schluchzt erneut. Dann nickt er. »Ich bin wirklich immer der Letzte.«

»Ist das denn so schlimm?«

»Na, hör mal! Ich bin schließlich ein Hase und Hasen müssen schnell sein«, empört sich Holli.

»Na und«, sagt die kleine Elfe. »Du bist eben nicht so flink. Dafür kannst du sicher irgendetwas anderes gut. Vielleicht sogar besser als deine Freunde Helga und Holger?«

In Hollis Gesicht breitet sich ein Lächeln aus. »Du hast recht! Ich kann spannende Spiele erfinden. Meine Freunde kommen gerne zu mir, weil ich so erfinderisch bin. Dann spielen wir den ganzen Tag.«

»Na siehst du! Du brauchst nicht überall gut zu sein «, sagt Mila. Dann fährt sie fort: »Atme tief ein und sage laut:

Ich liebe mich, so wie ich bin.«

Holli spricht: „Ich liebe mich, so wie ich bin.“

»Wie geht es dir jetzt?«, will Mila wissen.

»Es fühlt sich richtig gut an«, sagt der Hase. »Vielen Dank, liebe Mila. Jetzt geht es mir besser. Ich bin vielleicht nicht so flink, dafür habe ich immer gute Ideen.«

2 – So ein mieser Tag

Gut gelaunt stapft Mila den Weg am See entlang. Sie singt: »Elfenkinder, zart und fein,

können auch mal dicker sein. Sie fliegen auch herum. Sie machen brumm, brumm, brumm.«

Mila lacht lauthals los und klopft auf ihr dickes Bäuchlein.

Du musst wissen: Mila ist keine zarte Elfe. Sie ist ein großes, starkes Elfenmädchen. Die anderen lachten sie deshalb aus. Da war sie sehr traurig. Mila konnte nicht verstehen, warum. Sie mochte sich so, wie sie war.

Eines Tages stand auf einmal diese grüne Tasche neben ihr. Verwundert blickte sie hinein. Da flogen ihr auch schon große Buchstaben entgegen. In der Luft formten sie einen Satz:

Ich bin einzigartig! 

Mila staunte nicht schlecht, wie du dir sicher vorstellen kannst. Sie wiederholte den Satz noch einmal. Dabei fühlte sie sich wunderbar. In diesem Augenblick wusste sie, was zu tun war. Sie wollte von nun an anderen Wesen und Tieren helfen, die in Not waren. Diese wunderbare grüne Tasche würde sie dabei unterstützen.

Dichte Wolken verdecken die Sonne. Es beginnt zu tröpfeln.

»Oje! Es ist besser, ich suche mir einen Unterschlupf«, murmelt Mila.

Plötzlich hört sie jemanden schimpfen: »So ein Mist aber auch! Ausgerechnet jetzt fängt es zu regnen an.«

Mila entdeckt zwei junge Füchse.

»Hallo ihr zwei! Was ist denn los?«, will sie wissen.

»So ein Bockmist«, schimpft Vroni. »Wir hatten uns so auf eine Bootsfahrt gefreut.«

»Ja«, sagt ihr Bruder Fritz traurig. »Und jetzt regnet es.«

Beide lassen die Köpfe hängen.

»Das ist ärgerlich. Da kann man nichts machen«, erklärt Mila.

Vroni stampft mit dem Fuß auf. »Der ganze Tag ist versaut.«

»Ja, genau«, stimmt ihr Fritz zu.

Die beiden ziehen ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter.

»Wollen wir mal schauen, was meine Tasche für euch bereit hält?«, fragt Mila.

Beide Füchse zucken nur mit den Schultern. Doch Mila lässt sich nicht aus der Fassung bringen. Sie macht ihre Tasche weit auf. »Aufgepasst, es ist soweit! Jetzt ist Mutmachzeit!«

Viele Buchstaben schweben und drängeln aus ihrer Tasche. Sie bilden die Worte:

Ich kann aus jedem Tag etwas Schönes machen.

»Was sagt ihr dazu?«, fragt Mila.

Fritz schaut immer noch grantig. Vroni zuckt gleichgültig mit den Schultern.

»Also«, sagt Mila. »Ich finde es auch schade, dass es jetzt regnet. Das können wir nicht ändern. Lasst uns überlegen, was wir sonst machen können!«

Mila fordert die Geschwister auf: »Macht dem Ärger vorher Luft. Schreit mal ordentlich! Lasst die Wut aus euren Körpern raus!«

»Aaahhrrrg«, schreit Fritz und fuchtelt wild mit den Armen. »Das tut gut«, stellt er fest.

Auch Vroni kreischt so laut sie kann. Sie pfeffert einen Stein ins Wasser, dass es nur so spritzt. »So«, sagt sie. »Jetzt geht es mir besser.«

»Gut«, sagt Mila. »Gibt es etwas, das ihr gerne spielt, wenn es draußen regnet?«

Fritz nickt eifrig: »O ja. Fang den Fuchs ist mein Lieblingsspiel. Das spielt man mit kleinen Holzfüchsen und einem großen Würfel. Wer als Erster im Ziel ist, hat gewonnen.«

»Wenn ihr Lust habt, dann spiele ich mit euch«, schlägt Mila vor.

»Au ja«, ist jetzt auch Vroni Feuer und Flamme.

»Doch bevor wir zu euch nach Hause gehen …«, sagt Mila. »… möchte ich, dass ihr tief in euren Bauch atmet. Dann sagt laut eure Zauberwörter.

Die Fuchskinder rufen:

Ich kann aus jedem Tag etwas Schönes machen.

»Ja, das stimmt«, meint Vroni. »Vorhin war ich echt sauer. Aber jetzt freue ich mich auf das Spielen. Ohne die Wut fühle ich mich leicht.«

»Wir fahren einfach morgen mit dem Boot«, meint Fritz.

»Genau! So machen wir das«, stimmt Vroni zu.

Doch dann stutzt Fritz: »Was ist, wenn es morgen auch regnet?«

»Dann besuchen wir Omi. Wir fragen sie, ob sie uns eine Geschichte erzählt«, schlägt Vroni vor.

»Na seht ihr«, freut sich Mila. »Ihr habt richtig gute Ideen. Jetzt lasst uns in euren Bau gehen. Der Regen wird stärker. Sonst glauben eure Eltern noch, wir sind in den See gefallen.«

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Milas Zauberwörter

Sechs magische Kurzgeschichten ab 6 Jahren über eine kleine hilfsbereite Mutmach-Elfe, die immer zur Stelle steht, wenn ein Tierkind Hilfe braucht!

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