Der Löwe und die Gazelle

Fritzi Bender

Eine lehrreiche Fabel über das Vertrauen von Feinden 

Nach Alter: Ab 6-8 Jahre

Nach Lesedauer: Ca. 5 Minuten

Der Löwe und die Gazelle | Eine Fabel

Es war einmal ein Löwe, der jemanden suchte, der für ihn arbeiten sollte. Er wollte neben dem Jagen einfach noch mehr Zeit zum Schlafen haben. So kam es, dass sich eine arbeitslose Gazelle bei ihm meldete. Als die Gazelle sah, dass
ihr Chef ein Löwe sein würde, wurde ihr etwas mulmig zumute. So fragte sie den Löwen: „Wie soll ich dir trauen, du bist ein Löwe und wenn du Hunger hast, dann wirst du mich fressen!“

Doch der Löwe erwiderte: „Unsinn, wenn du für mich arbeitest, habe ich genug Zeit zum Jagen. Damit sind wir gleich: Du kannst frei arbeiten und ich kann frei jagen. Wir müssen uns einfach nur vertrauen. Wirst du gut arbeiten, werde ich dich auch nicht fressen.“

Die Gazelle arbeitete gewissenhaft und gut. Eines Tages jedoch war der Löwe zu faul, um zu jagen und so kam es, dass er die Gazelle einfach fraß.

Das allerdings ließ sich die Familie der Gazelle nicht gefallen. Sie klagte den Löwen an.

Der Richter sprach: „Löwe, Du wirst angeklagt die Gazelle gefressen zu haben, obwohl sie gut gearbeitet hat. Du hast mit ihr vereinbart, sie nicht zu fressen, wenn sie gut arbeitet. Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen?“

Der Löwe antwortete: „ Sie hat gut gearbeitet und ich hab sie trotzdem gefressen. Ich war ja schließlich ihr Chef. Damit hab ich doch die Macht und entscheide, wer wann wie wo gefressen wird, oder eben nicht!“

Nun fragte der Richter den Löwen: „Hat die Gazelle das gewusst?“

Und der Löwe zuckte mit den Schultern und gähnte: „Sie hat mir einfach nur vertraut und das war dumm von ihr!“

So kam der Richter zu folgendem Urteil: „Du, Löwe, hast die Gazelle einfach aufgefressen. Aber die Gazelle hat dir,
dem Löwen, vertraut, obwohl sie wusste, dass du ein gefährliches Tier bist. Also ist auch sie mitschuldig daran, dass sie gefressen wurde. Ich verbiete dem Löwen in Zukunft, Gazellen einzustellen. Es sei denn der Löwe macht den
Gazellen, die er einstellen möchte, ganz klar, dass er die Entscheidungsfreiheit hat, sie jederzeit zu fressen, egal wie gut sie arbeiten. Jeder Gazelle sollte klar sein, dass ein Löwe ihr gefährlich werden kann. Eine Gazelle sollte einem Löwen deshalb grundsätzlich misstrauen.“

Der Löwe versuchte gleich nach der Gerichtsverhandlung die Schwester der Gazelle einzustellen. Diese streckte ihm allerdings die Zunge heraus und zeigte ihm dann auch noch den Vogel. Dann rannte sie davon und kicherte dabei. Sie wusste, dass der Löwe sie nicht fangen würde. Gazellen sind nämlich schneller als Löwen.

Und die Moral von der Geschicht? Traue einem Feinde nicht. Sei bedacht!

Durch Geld oder Vetrag wird ein Feind nicht zum Freund gemacht.

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Autorin: Fritzi Bender

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