Mia & Tim – Der erste Schultag

Benjamin Jäger

Der erste Tag an einer neuen Schule bringt immer sehr viel Aufregendes und Spannendes mit sich! Wie wird die Schule sein und finden sich dort neue Freunde?

Nach Alter: Ab 9-12 Jahre

Nach Lesedauer: Ca. 10-20 Minuten

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Mia & Tim – Der erste Schultag

Mia und Tim sind vor Kurzem umgezogen und das in eine ganz neue Stadt. Das erste Wochenende nach dem Umzug verging in ihrem neuen Zuhause wie im Flug. Den ganzen Samstag und Sonntag hatten Mia und Tim in dem neuen tollen und großen Garten verbracht. Sie spielten Fangen auf dem Klettergerüst oder verwandelten es in eine Ritterburg. Mia und Tim hatten so viel Spaß gehabt. Es fühlte sich an als wären sie im Urlaub und hatten schon ganz vergessen, dass am Montag wieder Schule war.

Nun war es Sonntagabend. Mia und Tim saßen mit ihren Eltern zum Abendbrot am Tisch und sprachen über den morgigen Tag. Tim war sehr aufgeregt, denn im Gegensatz zu Mia ist er noch nie in der Schule gewesen. Tim ist nämlich gerade sechs geworden und wird deshalb jetzt eingeschult. Mia mir war schon in ihrem alten zu Hause zur Schule gegangen. Als sie dann beim Essen saßen, hatte Mia sehr schlechte Laune. „Ich will nicht auf die neue Schule gehen, dort sind gar nicht meine ganzen Freunde. Hier auf die Schule zu gehen, wird blöd.“ Das machte Tim nur noch mehr Angst. Mama antwortete darauf: “ Jetzt warte mal ab Mia, du kennst die neue Schule doch noch gar nicht. Du wirst ganz schnell neue Freunde finden und vielleicht ist die Schule cooler als die alte.“ „Auf jeden Fall werden wir morgens früher aufstehen müssen, um pünktlich in der Schule zu sein. Die Schule ist nicht mehr so nah wie in der Stadt und wir werden morgens eine Weile mit dem Auto fahren müssen.“ Mia glaubt nicht daran, dass sie schnell neue Freunde finden wird und da sie noch früher aufstehen musste, hatte sie noch viel weniger Lust auf die neue Schule. „Ich habe darauf keine Lust.“, sagte Mia, sprang von ihrem Stuhl und verschwand nach oben in ihr Zimmer. Es war nicht zu überhören wie ihre Zimmertür mit einem lauten Rums hinter ihr zu fiel.

Tim war verunsichert. Sollte er jetzt nun Mama glauben, dass man schnell neue Freunde finden kann? Oder hatte Mia doch Recht damit, dass die neue Schule blöd sein würde. „Ich glaube, ich möchte auch nicht in die Schule gehen!“, sagte Tim. „Lass dich von Mia nicht verunsichern“, antwortete Papa. „Du wirst viel Spaß in der Schule haben. Es ist toll, ein großes Schulkind zu sein und viele neue Freunde kennenzulernen.“ Jetzt fühlte sich Tim schon etwas besser. Sie aßen auf und Papa brachte Tim ins Bett. Als er Tim eine gute Nacht wünschte, hörte Tim noch, wie Mama versuchte auch Mia Mut zu machen. Dann gingen die beiden Türen der Kinderzimmer zu.

Tim war schon fast eingeschlafen, da hörte er ein Schluchzen. Er öffnete seine Tür und bemerkte, dass es aus Mias Zimmer kam. Vorsichtig öffnete er die Tür und sah, wie Mia auf ihrem Bett saß und weinte. Als sie heute Abend am Tisch gesessen hatten, musste Mia immer wieder an ihre Freunde aus der Schule denken und bemerkte wie sehr sie diese schon jetzt vermisste. „Warum weinst du denn?“, fragte Tim vorsichtig. „Ich vermisse meine Freunde so sehr! Und ich habe Angst vor der neuen Schule.“ Tim dachte daran, was Papa ihm gesagt hatte. „Ich vermisse meine Freunde auch, aber Papa hat gesagt, dass wir ganz schnell neue Freunde finden werden.“, sagte Tim und fragte: „Muss ich auch Angst vor der Schule haben?“. Mia hob ihren Kopf, den sie tief in ihrem Kissen vergraben hatte, und blickte in die großen Augen von Tim. Sie konnte sehen, wie Tim das alles verunsichert hatte und machte sich etwas Sorgen, dass Sie Tim nun Angst gemacht hatte. Sie richtete sich auf, wischte sich die Tränen von ihrem feuchten Gesicht und legte ihren Arm um Tim: „ Papa hat Recht, wir werden schon neue Freunde finden. Du musst keine Angst haben Tim, du bist doch jetzt schon groß!“ Die Worte von Mia hatten Tim beruhigt , er schaute Mia in die Augen und sagte zu ihr: „Und du musst auch keine Angst haben Mia, du warst doch immer schon besser im Freunde finden! Wir schaffen das zusammen.“ „Willst du vielleicht heute hier schlafen?“, fragte Mia. Ohne zu zögern nahm Tim sich ein Kissen und legte sich neben Mia ins Bett. Tim freute sich, denn er hatte sich noch nicht daran gewöhnt, alleine im Zimmer zu schlafen. Da es jetzt schon spät geworden war, schliefen beide innerhalb von Sekunden ein. 

Am nächsten Morgen wurden beide ganz früh von Papa geweckt: „Aufstehen ihr Schlafmützen, damit wir nicht zu spät in die Schule kommen. Na, habt ihr beiden es doch nicht ohne einander ausgehalten?“ Mia und Tim lächelten sich an, nickten sich zu und standen fix auf, um sich fertig zu machen. An diesem Morgen machten die beiden wie besprochen alles gemeinsam. Sie putzten zusammen ihre Zähne, aßen gemeinsam ihr Müsli, zogen sich zusammen Schuhe und Jacke an und hüpften gleichzeitig ins Auto. Der Weg zur Schule dauerte länger als sonst und je länger die Fahrt dauerte, desto nervöser wurden beide. Als sie auf den Parkplatz der Schule fuhren, bemerkte Mia, wie Tims Hand anfing leicht zu zittern. Mia nahm Tims Hand und drückte sie ganz fest. „Zusammen schaffen wir das!“, flüsterte sie Tim zu und merkte wie sich seine Hand wieder etwas entspannte. Sie hatten geparkt und Papa drehte sich zu ihnen um: „Soll ich euch noch reinbringen?“. Mia zwinkerte Tim zu und lächelte Papa an, mit den Worten: „Danke Papa, aber zusammen schaffen wir das schon alleine.“ Mia und Tim stiegen aus. Papa half ihnen noch dabei, die Schulranzen aufzusetzen und dann gingen beide Hand in Hand zu der großen Schultür. 

In der Schule war ein Menge los. Kinder und Eltern liefen kreuz und quer durch die Gänge. Mia und Tim waren etwas überfordert, weil sie sich hier noch gar nicht auskannten. Sie wussten auch gar nicht wo sie hin mussten. Es gab so viele Gänge, Treppen und Türen, dass sich die beiden verwirrt im Kreis drehten. Auf einmal schrillte eine Klingel ganz laut durch die Gänge. Ganz plötzlich waren alle aus den Gängen verschwunden und es wurde totenstill. Mia und Tim standen immer noch in der Eingangshalle der Schule und fühlten sich völlig allein gelassen.

Da knallte hinter ihnen die riesige Eingangstür, nachdem sie viel zu stark aufgeschwungen wurde, mit einem lauten RUMMS wieder ins Schloss. Herein kamen ein Junge und ein Mädchen, die laut lachend herein stürmten. Der kleine Junge rannte vor und rief : „Jetzt komm schon Kiki, du Schnarchnase! Wird sind doch schon zu spät.“ „Jetzt nerv nicht Koko, wir sind doch sofort da!“, rief das Mädchen  zurück. Der Junge namens Koko wäre fast gegen Tim gerannt, als er wieder nach vorne schaute und kurz vor ihm stehen blieb: „Wer seid ihr beiden denn und warum steht ihr hier noch so dämlich rum?“ Das Mädchen, welches der kleine Junge Kiki genannt hatte, kam dazu: „Jetzt sei doch nicht so böse zu den beiden. Hallo ich bin Kiki und das ist mein kleiner Bruder Koko. Und wer seid ihr beiden?“ Tim war noch etwas verunsichert und bekam noch kein einziges Wort heraus. Mia antwortete: „Ich bin Mia und das ist mein kleiner Bruder Tim. Wir sind neu auf der Schule und wissen noch nicht wo wir hin müssen.“ „Und kann dein Bruder auch sprechen?“, sagte Koko flapsig und bekam dafür direkt einen leichten Klaps von seiner Schwester. Tim fand es aber lustig und sagte: „Klar kann ich das, du Schreihals!“ und bekam sogleich auch einen Klaps von Mia. Da schauten sich alle an und fingen laut an zu lachen. Als sie aufhörten zu lachen, fragte Kiki dann: „In welche Klasse müsst ihr denn, wir sind nämlich schon etwas spät dran.“ „Ich muss in die 1b“, sagte Tim. Daraufhin grinste Koko und nahm Tim am Arm mit den Worten: „Oh man wie cool, ich auch. Komm mit!“ Und schon waren die beiden verschwunden. „Tut mir leid, mein Bruder ist immer aufgedreht. Und wohin musst du?“ fragte Kiki. „In die 3a und so sind kleine Brüder eben.“ , antwortete Mia mit einem Zwinkern. „Dann sind auch wir in der gleichen Klasse. Ich glaube wir können tolle Freunde werden. Aber wir müssen echt los, sonst verpassen wir noch die erste Stunde.“ Dann machten sie sich auf den Weg zum Klassenraum, die Treppe rechts von der Eingangshalle hoch.

Nach der vierten Stunde hatten alle Klassen Schulschluss, weil es der erste Schultag war. Unten in der Eingangshalle trafen sich die vier dann wieder. Ganz aufgeregt stürmten Tim und Koko auf ihre Schwestern zu. „Wir sind Sitznachbarn in der Klasse. Und Tim ist super lustig. Wir sind jetzt schon richtig gute Kumpels!“, rief Koko schon von Weitem. „Immer mit der Ruhe Koko!“, entgegnete Kiki und grinste dabei Mia zu. „Das ist ja cool, auch wir sitzen nebeneinander in unserer Klasse und Kiki hat mir schon alles gezeigt. In der letzten Stunde haben wir uns Freundschaftsarmbänder gemacht.“, berichtete Mia und streckte zeitgleich mit Kiki ihren Arm mit den Bändern zu den Jungs. „Ist ja super…Mädels“, stichelte Tim und klatschte Koko ab, die vor sich hin kicherten. Die beiden großen Schwestern schauten sich nur an und sagten zeitgleich mit einem Kopfschütteln: „Kleine Brüder…“. Alle vier verabredeten sich für den nächsten Tag in der Eingangshalle und verabschiedeten sich.

Mia und Tim gingen wieder zusammen zurück zum Parkplatz, wo Papa schon auf die beiden wartete. Als sie langsam losfuhren, drehte sich Papa kurz zu den beiden um und fragte, ob die beiden schon Freunde gefunden hätten. Glücklich grinsten sich Mia und Tim an und antworteten: „Na klar Papa, zusammen war es für uns ganz einfach!“.

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