Mia & Tim ziehen um

Benjamin J├Ąger

Ein Umzug kann ganz sch├Ân aufregend sein…

Nach Alter: Ab 9-12 Jahre

Nach Lesedauer: Ca. 10-20 Minuten

Umzugskartons zum Umzug

Mia & Tim ziehen um

Schon eine ganze Weile geht die Fahrt nur geradeaus. Seit mindestens einer sich ewig anf├╝hlenden halben Stunde liegt der monotone Klang des Motors in den Ohren. Drau├čen sieht alles gleich aus. Links und Rechts ist weit und breit nur gr├╝n zu sehen, B├Ąume, Wiesen, Felder und ab und an ein Teich oder Bach. Der Anblick von gro├čen H├Ąusern, bunten Reklametafeln und vielen umher laufenden Menschen liegt schon weit zur├╝ck. Die Stadt liegt nun schon mehrere Kilometer im R├╝cken der gef├╝hlt l├Ąngsten Stra├če die existiert.

Mia und Tim sitzen auf der R├╝ckbank des blauen Autos und schauen traurig aus dem Fenster. Au├čer ihnen ist kaum ein anderes Auto auf der Stra├če, nur vor ihnen dieser riesige wei├če LKW. Das ganze Kinderzimmer von Mia und Tim, welches sich die beiden teilten und sowieso alles aus ihrer Wohnung in der Stadt ist in diesem Laster. Denn Mia und Tim m├╝ssen mit ihren Eltern umziehen, auch wenn sie darauf eigentlich ├╝berhaupt gar keine Lust haben. Aus der gro├čen aufregenden Stadt mit all ihren Freunden geht es nun in ein kleines Dorf namens Miniatura. Dort waren sie schon h├Ąufig Oma und Opa besuchen und es war immer sch├Ân, aber nur f├╝r ein Wochenende. Aber jetzt m├╝ssen sie dort f├╝r immer bleiben. Mia und Tim erinnern sich noch ganz genau an den Tag als ihre Eltern diese schreckliche Nachricht verk├╝ndet haben:

Es war Freitag nach der Schule, Mia und Tim waren schon beide am spielen, als Mama und Papa pl├Âtzlich im Zimmer standen. An ihren so sonderbaren Blicken merkte man gleich, dass etwas los war: „Wir m├Âchten gerne etwas mit euch beiden besprechen“, sagte Mama. „Wir werden umziehen, dorthin wo auch eure Gro├čeltern wohnen, weil ich eine neue Arbeit gefunden habe. In ein Haus wo wir dann ganz viel Platz haben werden“, erz├Ąhlte Papa. Mia und Tim waren beide ├╝berhaupt nicht froh ├╝ber diese Nachricht. Sie wollten nicht mehr Platz haben, sondern bei all ihren tollen Freunden bleiben. Doch da war nichts zu machen, weil Mia und Tim nunmal nur Kinder sind. „So ein riesiger Mist“ dachten sie beide. Und als sie zwei Wochen sp├Ąter dann alles zusammen packten und ins Auto stiegen dachten sie es immernoch und lie├čen fast die ganze Fahrt ihre K├Âpfe h├Ąngen.┬á

Tim war mittlerweile eingeschlafen, als Mia noch aus dem Autofenster sah und pl├Âtzlich etwas ganz anderes sah als die ewig gr├╝ne Landschaft. Etwas knallrotes blitzte immer wieder zwischen den B├Ąumen im Wald neben der Stra├če auf. Es bewegte sich in die gleiche Richtung wie ihr Auto, das rote Etwas war aber viel schneller. Mia kniff ihre Augen zusammen und verfolgte es mit ihrem Blick um mehr erkennen zu k├Ânnen. Und was war das „ein knallrotes Bobbycar“ schoss dort durch den Wald, mit einem Kind darauf, dass sie ├╝ber das Lenkrad duckte.┬á

„Seht ihr das“, sagte Mia. „Ja Mia, wir sind fast da“ erwiderte Mama und zeigte nach vorne. Mia war ganz aufgeregt und sah worauf ihre Mama deutete. Da war ein gro├čes Schild auf dem „Willkommen in Miniatura“ stand. Schnell schaute Mia wieder zu den B├Ąumen, doch es war nichts mehr Rotes zu sehen. „Das ist falsch Mama!“. „Ich wei├č du bist noch sauer wegem des Umzuges, aber das wird unser neues Zuhause.“ Mia rieb sich nochmals die Augen, doch es war nichts zu sehen. Mia wollte gerade erz├Ąhlen was sie gesehen hatte, als ihr schon die ├äuglein zufielen.┬á

Papas Stimme war zu h├Âren als Mia und Tim langsam ihre Augen auachten: „Aufwachen ihr Schlafm├╝tzen, wir sind da“. Mia und Tim steigen aus dem Auto aus und sehen ihre Gro├čeltern vor einem gro├čen Haus stehen und winken. Tim rennt direkt los und springt vor Freude in ihre Arme. Mia sch├╝ttelt sich einmal und fragt sich, ob sie wohl doch alles nur getr├Ąumt hatte. Noch verwirrt geht sie zu ihren Gro├čeltern und begr├╝├čt sie. „Aber das ist doch gar nicht euer Haus Oma und Opa.“ „Das stimmt mein kleiner Tim, das ist euer neues Haus.“,sagt Oma. Da staunten Mia und Tim nicht schlecht, so ein gro├čes Haus. „Geht schon mal rein und die Treppe hoch, dort wartet eine ├ťberraschung auf euch“ sprach Papa. Auf einmal waren Mia und Tim schon gar nicht mehr so schlecht gelaunt, sondern st├╝rmten ins Haus und rasten die Treppe hoch. Die ersten zwei Zimmer waren v├Âllig leer. Doch dann konnten sie ihren eigenen Augen nicht trauen. In dem einen Zimmer stand ein Hochbett das aussah wie ein Hockeytor und im anderen ein Himmelbett und da neben ein Tisch mit einem echten Mikroskop. Die beiden Zimmer mussten f├╝r Tim und Mia sein. Aber sonst hatten sie sich doch immer ein Zimmer geteilt. „├ťberraschung, das sind eure Zimmer“ riefen Mama und Papa die pl├Âtzlich auf dem Flur vor den Zimmern standen. Mia und Tim konnten es nicht glauben und sprangen vor Freude auf und ab. Endlich ein eigenes Zimmer! „Und jetzt kommt mal mit uns runter in den Garten!“, sagte Papa. „Wir haben einen Garten?“, fragte Tim mit gro├čen Augen. Als sie runter gingen, konnten sie ihren Augen nicht glauben, als sie durch die gro├čen Fenster am Ende des Flurs guckten. „Ein Spielplatz!“ schrie Tim.

Drau├čen im Garten stand ein gro├čes Kletterger├╝st mit einer Rutsche, Hangelstangen und zwei Schaukeln. Daneben war noch ein Sandkasten und etwas weiter sogar ein Hockeytor. Beide rannten los und rasten das Kletterger├╝st hinauf und sausten die Rutsche hinunter. „Das ist euer neuer Garten“ sagte Opa der lachend auf einer Bank sa├č. „Ist das unser Spielplatz?“ fragten Mia und Tim gleichzeitig. Opa nickte nur und lachte weiter. Vielleicht ist umziehen ja doch nicht so bl├Âd. Immerhin hatten sie jetzt ein eigenes Zimmer und einen eigenen Spielplatz, dachten die beiden Geschwister.┬á

Den Rest des Tages spielten Mia und Tim im Garten und hatten eine Menge Spa├č, sodass sie ganz vergessen hatten, dass sie eigentlich gar nicht umziehen wollten. Am Abend vielen beide sehr m├╝de und zufrieden in ihre Betten. „Umziehen ist vielleicht doch gar nicht so bl├Âd“, sagte Mia „finde ich auch“ rief Tim aus seinem Zimmer hin├╝ber als Mama und Papa gerade in Mias Zimmer Gute Nacht sagten. „Jetzt aber Augen zu ihr beiden“, sagte Mama und machte die T├╝r. Mia kuschelte sich unter ihre Decke, guckte aus ihrem Fenster auf das gro├če Feld hinterm Haus und dachte ├╝ber den Tag nach. Er hatte so doof angefangen, aber war dann doch noch ein toller Tag. Dann erinnerte sie sich an das rote Bobbycar, dass sie w├Ąhrend der Fahrt gesehen hatte. Da sah sie pl├Âtzlich am Ende des Feldes zwischen den B├Ąumen wieder etwas Rotes in der untergehenden Sonne glitzern und Mia k├Ânnte schw├Âren es war ein Bobbycar. Also hatte sie doch nicht getr├Ąumt! Mias Entdeckergeist war geweckt, vielleicht war Miniatura doch gar nicht so langweilig wie sie dachte. Morgen w├╝rde sie der Sache direkt auf den Grund gehen. „Das bleibt erstmal mein Geheimnis“ murmelte Mia als ihre Augen zu fielen und sie mit einem L├Ącheln einschlief.

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