Der Mampfikus vom Uranus

4-8 Jahre | Ca. 7 Minuten | Heike Westendorf

Darum geht's

Der Raumschiffkapitän Fabian hatte den wichtigen Auftrag bekommen, dem Mann im Mond eine neue GlĂĽhbirne zu bringen. Mit an Bord ist der gefräßige Mampfikus vom Uranus, der Fabian die Reise nicht gerade erleichtert…

Der Mampfikus vom Uranus | Seite 1/2

Die Sterne leuchteten hell am Himmel, als Raumschiffkapitän Fabian sich auf den Weg zum Mond machte. Er hatte den wichtigen Auftrag bekommen, dem Mann im Mond eine neue Glühbirne zu bringen. Das war notwendig, damit der Mond am Nachthimmel auch weiter die Erde beleuchten konnte. Und weil Fabians Raumschiff ziemlich groß war und er eine Menge Platz hatte, nahm er auch alles andere mit, was zwischen der Erde und den anderen Planeten transportiert werden musste.

Heute hatte er noch einen kleinen Satelliten dabei, den er auf der Venus abgeben sollte, einen Ring vom Saturn, den ein Handwerker auf der Erde repariert hatte und einen Mampfikus vom Uranus, einen AuĂźerirdischen, der nichts lieber tat, als zu fressen.

Er bestand fast nur aus einem riesigen Maul und sah aus wie eine große Kiwi auf zwei Beinen mit einem Stummelschwanz. Er hatte zwar große Zähne, war für Menschen und andere Außerirdische aber ungefährlich.

„Mampf“, sagte er zu Fabian. Mampfikusse können nicht sprechen und sind auch sonst nicht schlauer als ein Hund, aber sie essen einfach alles. Deshalb hatte Fabian ihn vorsichtshalber im Frachtraum untergebracht, wo er keinen Schaden anrichten konnte.

„Hast du dem Mampfikus auch genug zu fressen gegeben?“, fragte Kassiopeia, die Computerstimme des Raumschiffs. Fabian nickte. „Ich habe ihm eine große Schüssel hingestellt – dicke Meteoritenstücke und ein paar Schrauben. Die mag er bestimmt, weil sie so schön knuspern.“

Er konnte den Mampfikus laut kauen hören, während er sein Raumschiff um die ersten Sterne des Weltraums herumsteuerte. „Der macht ganz schön viel Lärm“, beschwerte sich Kassiopeia.
„So lange er isst, wissen wir wenigstens, dass er nichts anstellt. Also los, Raumschiff, gib Vollgas!“, sagte Fabian, der Kapitän und blickte aus der Windschutzscheibe in den Weltraum hinein.

Das Licht des Mondes wurde immer schwächer – schon war nur noch eine schmale Sichel zu sehen, deshalb wollte Fabian dem Mann im Mond die neue Glühbirne so schnell wie möglich bringen.

An der Abzweigung zum Mond musste sein Schiff an einer Ampel halten, um die anderen Raumschiffe vorbeifliegen zu lassen. „Sag mal, findest du nicht auch, dass es ungewöhnlich ruhig ist?“, fragte da Kassiopeia.

„Was meinst du?“ Fabian hatte sich so aufs Fliegen konzentriert, dass er die letzten Minuten gar nicht aufgepasst hatte.

„Ich meine, ich kann den Mampfikus nicht mehr hören.“ „Oh nein!“, rief Fabian und rannte in den Frachtraum. Aber der war bis auf ein paar aufgerissene Kisten leer. Der gefräßige Außerirdische hatte sie wohl auf der Suche nach Futter geöffnet. Die Glühbirne für den Mann im Mond war verschwunden!

„Er ist weg!“, rief Fabian aufgeregt.

„Halte einfach nach Metallkrümeln Ausschau“, riet Kassiopeia und tatsächlich: Der Mampfikus hatte eine Spur von Schraubenkrümeln hinterlassen, der Fabian mühelos folgen konnte.

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Der Außerirdische saß im nächsten Raum auf dem Boden und leuchtete hell wie eine Lampe. Von der Kiste mit der Glühbirne war nichts zu sehen.

„Oh nein, er hat die Glühbirne gefressen“, rief Fabian. „Die war für den Mann im Mond bestimmt. Was sollen wir denn jetzt machen?“

Mampfikusse waren sehr selten und Fabian hatte zuvor noch nie einen gesehen und auch keinen in seinem Raumschiff transportiert.

Der Mampfikus sah ihn unschuldig an und wedelte mit seinem Stummelschwanz.

„Mampf“, machte er zufrieden.

„Kapitän, was sollen wir denn jetzt machen“, fragte Kassiopeia.

Da hatte Fabian eine Idee. „Ich kitzele den Mampfikus einfach so lange, bis er die Glühbirne wieder ausspuckt!“ Er sah sich im Raumschiff um. Dort vorne sah er einen Sternenstaubwedel, den er geladen hatte und zum Mars bringen sollte; das könnte funktionieren.

Er nahm den Wedel und streichelte dem Mampfikus vorsichtig über den Bauch. Der kicherte und öffnete den Rachen, so dass Fabian vom Licht geblendet wurde. Es dauerte einen Moment, bis sich seine Augen an das helle Licht gewöhnt hatten und er wieder etwas erkennen konnte.

„Ich sehe die Glühbirne, sie ist noch ganz.“

„Mach weiter!“, rief Kassiopeia ihm über den Lautsprecher zu.

Also kitzelte Fabian den Mampfikus immer mehr und mehr, sodass dieser lachte und lachte. SchlieĂźlich brĂĽllte er so sehr, dass er niesen musste und die GlĂĽhbirne mit einem Satz ausspuckte.

Schnell hob Fabian sie auf und versteckte sie unter seinem Raumanzug.

Der Mampfikus sah ihn fragend an. „Mampf?“

„Die ist nicht für dich“, schalt ihn Fabian. „Die ist für den Mann im Mond.“

Enttäuscht leckte sich der Mampfikus die Lippen. „Komm, ich gebe dir noch ein paar Schrauben zum Knuspern“, sagte Fabian und der Mampfikus folgte ihm schwanzwedelnd in den Maschinenraum.

„Kapitän, bitte anschnallen, wir landen gleich“, meldete da Kassiopeia und Fabian setzte sich schnell wieder in seinen Kapitänssitz und stellte die Hebel auf „Landemodus“. Die Glühbirne ließ er nicht aus den Augen.

Als sie auf dem Mond landeten, wartete der Mann im Mond schon auf sie.

„Ach wie schön, du bringst mir mein Licht“, sagte er und strahlte über das ganze Gesicht. „Die alte Birne ist schon ganz schwach – es wird höchste Zeit, dass ich sie austausche.“

Fabian reichte sie ihm. „Ich musste sie vor dem Mampfikus retten, den wir an Bord genommen hatten.“

Der Mann im Mond lachte. „Mampfikusse sind die gefräßigsten Außerirdischen im ganzen Weltall. Am besten gebe ich dir ein paar Mondsteine für die Weiterreise mit, damit er etwas zu beißen hat.“

Und so tauschten der Mann im Mond und Raumschiffkapitän Fabian die Glühbirne gegen ein paar Mondsteine, die der Mampfikus sich sofort hungrig in den Mund stopfte. Wenig später hob Fabian mit seinem Raumschiff wieder ab und nahm Kurs auf den Mars.

„Gut gemacht, Kapitän“, lobte ihn Kassiopeia. „Das war knapp. Es scheint, als wären wir gerade noch rechtzeitig gekommen.“

Als Fabian in den Rückspiegel blickte, strahlte der Mond wieder gewohnt hell und wies allen Raumschiffen den Weg durchs Weltall – genauso, wie es sein sollte.

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Heike Westendorf Kinderbuchautorin

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