Der Schneeflocken-Weihnachtsbaum

Ab 5 Jahre | Ca. 7 Minuten | Elli Janke

Darum geht's

Rosa und Bruno machen Bekanntschaft mit dem Schneeflocken-Weihnachtsbaum und erfahren, dass nur sie ihn sehen können. Erwachsenen bleibt der Schneeflockenbaum verborgen.

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Der Schneeflocken-Weihnachtsbaum | Seite 1/2

Rosa und ihr jüngerer Bruder Bruno saßen in der warmen Stube vor dem Fenster und betrachteten die vom Himmel herabrieselnden Schneeflocken. Sie wussten, dass sie einzigartig waren, genau wie sie selbst

Ihre Eltern fuhren in die Stadt, um die letzten Geschenke einzukaufen. Rosa und Bruno nutzten die Gelegenheit, um eine Handvoll vom duftenden Weihnachtsgebäck zu stibitzen. Beim Knabbern dachten sie sich Geschichten zu einzelnen Schneeflocken aus. „Guck mal, Rosa“, krähte Bruno. „Die sieht aus wie Lena.“ Er prustete vor Lachen und spuckte dabei Kekskrümel in die Luft. Rosa wollte gerade nach ihm greifen und ihn in den Arm kneifen, aber er entwischte ihr schnell wie eine Katze. Lena war ihre beste Freundin und Nachbarin von nebenan, da mochte sie keinen Spott. Sie wollten doch heute Abend alle zusammen Weihnachten feiern.

Gerade fiel ihnen eine kleine Geschichte zu der nächsten Schneeflocke ein, als es leise an der Haustür pochte. Sie fassten sich an den Händen und rannten zur Haustür, um nachzusehen, ob es vielleicht ihre Freundin war, als sie bemerkten, wie unter der Haustürritze etwas Weißes hindurchfloss, immer weiter bis in ihre Stube hinein. Die beiden Kinder sprangen erschrocken zur Seite und sahen auf ihre Füße, die zum Glück nicht nass geworden waren. Sie konnten sich nicht vorstellen, was das war. 

Mit großen Augen schauten sie staunend zu, wie sich aus der weißen Masse ein großer Baum aus Schneeflocken entfaltete, der sich aufrichtete und ein richtiger SchneeflockenWeihnachtsbaum wurde. Der kleine Bruno wollte sich eine Schneeflocke greifen und genüsslich in den Mund stecken, als eine energische Stimme ihn noch rechtzeitig zurückhielt. „Bitte fass mich nicht an. Sonst zerfließe ich augenblicklich und kann nicht bis heute Abend bei euch bleiben, um bei eurem Fest dabei zu sein.“ Und obwohl es den Kleinen in seinen Händen juckte, hielt er sich an die Warnung, denn so einen Weihnachtsbaum hatte er noch nie zuvor gesehen und er wollte ihn natürlich nicht zerstören.

Aufgeregt trippelte er hin und her und wusste gar nicht wohin mit seiner Freude. Er quietschte vergnügt und rief immer wieder: „Schau mal Rosa, schau mal.“ Auch Rosa konnte nicht fassen, was vor ihren Augen geschah und schaute fasziniert den weißen Schneeflockenbaum an. Endlich fasste sie Mut und fragte mit unsicherem Stimmchen: „Bist du auch ein echter Schneeflocken- Weihnachtsbaum?“ „Ja, das bin ich,“ sagte der Schneeflockenbaum. „Warum haben wir noch nie von dir gehört oder dich gesehen?“ fragten die Kinder, nun mutiger geworden.

„Ich bin jedes Jahr ein anderer und werde in ein anderes Haus geweht. Heute bin ich bei euch gelandet. Die meisten Menschen können mich nicht sehen, selbst wenn ich vor ihnen stehe,“ sagte der Schneeflocken-Weihnachtsbaum. „Mich erkennen und sehen fast nur Kinder und wenige einzelne erwachsene Menschen. Warum das so ist, wollt ihr wissen?“ Die beiden Kinder nickten. „Ja, das hat wohl was mit dem Älterwerden zu tun. Wenn die Menschen älter werden, können sie vieles nicht mehr wie die Kinder sehen, weil sie zu viel über alles nachdenken und vergessen haben, dass es auch geheimnisvolle Welten gibt. Das wissen noch die Kinder und deshalb können sie mich sehen. Ich bin auch nicht immer der gleiche, denn ich bestehe aus Millionen von einzelnen Eiskristallen, die alle einmalig sind. Und zusammengesetzt seht ihr mich heute als Schneeflocken-Weihnachtsbaum. Erstaunlich, nicht wahr?“ Wieder nickten die beiden.

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Und er wollte noch etwas sagen, als die Eltern, die gerade nach Hause gekommen waren, nach ihren Kindern riefen.

„Mama, Papa, kommt schnell. Wir haben Besuch vom Schneeflocken-Weihnachtsbaum. Er ist gerade hier und bleibt den ganzen Abend bei uns“, rief Rosa. Die Eltern zogen ihre nassen Jacken aus und kamen zu den Kindern in die Stube. „Wer ist bei uns zu Besuch?“ fragten sie kopfschüttelnd, denn sie kannten ihre beiden Kinder, die eine blühende Phantasie hatten, aber das ging jetzt wohl doch zu weit. „Hier ist er. Könnt ihr ihn nicht sehen?“ fragte Bruno und schaute mit fragendem Blick zu seinen Eltern. Die sahen wohl ein Glitzern und ein strahlendes Licht, aber den Baum selbst konnten sie tatsächlich nicht sehen. „Ja, wo ist er denn?“ fragte daher der Papa seinen kleinen Sohn. „Da steht er doch. Schau doch nur.“ „Ja, da,“ sagte nun auch Rosa und zeigte direkt auf den Baum vor ihnen. Als sie den fragenden Blick ihres Vaters sah, wusste sie, dass der Schneeflocken-Weihnachtsbaum Recht hatte. Erwachsene konnten ihn wohl nicht sehen. 

Die Eltern riefen die beiden zum Essen. „Wir kommen gleich wieder“, flüsterten sie dem Schneeflocken-Weihnachtsbaum schnell zu, der ihnen zublinzelte. „Geht nur essen, ich zerfließe erst, wenn das Fest vorbei ist“, sagte er leise zu den beiden Kindern, die ihm zuwinkten, bevor sie in die Küche eilten. 

„Dürfen wir nach dem Essen gleich zu Lena, um ihr den Baum zu zeigen?“, fragten sie die Eltern. „Ja, natürlich“, erwiderten sie und lächelten. 

So schnell sie konnten, schlangen Rosa und Bruno ihr Essen hinunter und klingelten bei Lena Sturm. Sie kam hinter den beiden hergerannt und war genauso überwältigt vom Glanz und der weichen weißen Pracht des Schneeflocken-Weihnachtsbaums wie ihre Freunde und ließ sich jede Einzelheit nach seiner Entstehung genau berichten. Doch ihre Eltern, die am Abend zum Fest erschienen, konnten den Baum ebenfalls nicht sehen.

„Wenn ich groß bin und den Baum nicht sehen kann, will ich nicht groß werden,“ sagte der kleine Bruno zu seiner Schwester und schob trotzig sein Kinn vor. Ihm war das Erwachsenenleben nicht geheuer. „Das geht doch nicht“, antwortete sie. „Wir werden alle größer.“ „Nein, ich nicht,“ beharrte Bruno und stampfte mit dem Fuß auf. Der Schneeflockenbaum lächelte. Er wusste, dass Rosa und Bruno ihn nicht vergessen würden. Sein Glanz hatte sie berauscht. Sie würden später einmal auch ihren Kindern von ihm berichten und ihn vielleicht auch noch sehen können, wenn sie selbst groß geworden waren. Dann würden sie ihre eigenen Kinder verstehen, wenn er in ihre Stube kam und sich ihnen zeigte. Das sagte er Bruno. Trotzdem hatte Bruno sich vorgenommen, vorsichtshalber nicht zu schnell groß zu werden.

Aber auch ohne dass alle ihn sehen konnten, verbrachten die beiden Familien einen entspannten fröhlichen Weihnachtsabend mit Spielen, Erzählen und immer wieder Staunen. In den Herzen der Kinder strahlte der Schneeflocken-Weihnachtsbaum seinen Lichterglanz weiterhin aus.

Papierflieger mit drei Sternen

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Autorin: Elli Janke

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