Die Schokolinchen

Ab 4 Jahre | Ca. 6 Minuten | Julia Steinert

Darum geht's

Der Drachenopa entdeckte als Kind einen kleinen Eingang, der zu dem Dorf der Schokolinchen fĂŒhrte. Die Schokolinchen stellten tagtĂ€glich leckere Schokolade und Pralinen her. Doch eines Tages war ihr Schokoladenbrunnen verstopft und sie konnten keine neuen Leckerein herstellen…

Die Schokolinchen | Seite 1/2

„Opa, du hast bestimmt schon ganz schön viele Abenteuer erlebt“, sagte der kleine Drachenjunge Drachi eines Tages zu seinem Drachenopa.  

Der schmunzelte: „Ja, das kann man wohl sagen. Vor allem als Kind. Einmal, da habe ich einen magischen Tunnel gefunden. Das war vielleicht aufregend. NatĂŒrlich bin ich sofort hineingegangen, um zu sehen, wo er hinfĂŒhrt.“  

„Und was war auf der anderen Seite des Tunnels?“, fragte Drachi.  

„Oh, da war etwas ganz Wunderbares. Kommt, wir machen uns einen Kakao und dann erzĂ€hle ich euch die Geschichte.“ „Juhuu!“, rief Drachis große Schwester Fligi, und rannte zur Feuerstelle, um den Topf aufzusetzen.  

Wenig spĂ€ter saßen sie mit ihren dampfenden Tassen vor der Drachenhöhle in der DĂ€mmerung und Opa begann zu erzĂ€hlen: „Es war einmal und es war keinmal ein Tunnel. Den habe ich beim Herumstreifen im Wald gefunden. An diesem Tag war ich allein unterwegs, weil meine Freunde Höhlenarrest hatten. Sie hatten irgendwelchen Unsinn angestellt und durften einige Zeit nicht zum Spielen raus. Ich weiß noch, ich bin zwischen den großen Felsen mitten im Wald herumgelaufen. Und plötzlich habe ich in einem der Felsen eine Öffnung gesehen, die ich noch nie bemerkt hatte. Ich wunderte mich. Es lag ein Duft nach Schokolade in der Luft des Tunnels und ich wurde neugierig. Also ging ich hinein. Er war sehr niedrig und eng. Heute wĂŒrde ich da gar nicht mehr hindurchpassen. Auf der anderen Seite des Tunnels lag ein Dorf. Es waren lauter hĂŒbsche HĂ€uschen aus rotem Backstein. Auch die Wege waren mit roten Steinen gepflastert. Die HĂ€uschen standen im Kreis um einen Brunnen. 

Und ihr werdet es nicht glauben, aber der Brunnen enthielt kein Wasser, sondern 
“  

Opa machte eine Pause und nahm ein paar große Schlucke von seinem Kakao. Die Kinder sahen ihn erwartungsvoll an. Als er es nicht mehr aushielt, fragte Drachi „Sondern?“ Opa fuhr fort: „Sondern flĂŒssige Schokolade.“  

Die Kinder gaben ein verzĂŒcktes „Oh!“ von sich. Ein Springbrunnen aus Schokolade!  

„Diese Schokolade roch unglaublich lecker. Ich ging zum Brunnen und tauchte meinen Finger hinein und schleckte ihn ab. So etwas Köstliches hatte ich bis dahin noch nie probiert“, schwĂ€rmte Opa. „Plötzlich öffneten sich nach und nach die TĂŒren der HĂ€uschen. Heraus kamen kleine Kobolde. Das waren die Schokolinchen. Ich erfuhr, dass sie ihr ganzes Leben damit verbrachten, die köstlichsten Schokoladen und Pralinen herzustellen. Die HĂ€uschen, die um den Brunnen herum standen, waren ihre SchokoladenwerkstĂ€tten. Sie luden mich in eine nach der anderen ein und ich durfte alles probieren. Als ich an dem Abend zu Hause ankam, brachte ich kein Abendessen mehr hinunter, so satt war ich. 

Die Schokolinchen | Seite 2/2

Ein paar Tage spÀter ging ich wieder hin. Ich bemerkte, dass der Geruch nach Schokolade viel schwÀcher war als bei meinem ersten Besuch. Als ich auf dem Brunnenplatz ankam, standen die Schokolinchen schon ganz aufgeregt um den Brunnen herum. Ich sah schnell, warum sie so aufgeregt waren. Die Schokolade war erstarrt und bröckelte ab. Und es kam keine neue aus der Spitze des Brunnens geflossen.  

‚Was ist passiert?‘ fragte ich die Schokolinchen.  ‚Etwas ganz Schreckliches. Das Feuer unter dem Brunnen ist ausgegangen. Und der Schokoladenkern, der dort in der Erde liegt, ist erstarrt‘, berichtete eins der Schokolinchen und  war den TrĂ€nen nahe.  

Sie erzĂ€hlten mir, dass unter dem Brunnen ein Feuersalamander lebte. Er hatte in seiner Höhle drei Kamine, weil er die WĂ€rme liebte. Seine Höhle lag direkt neben dem Schokoladenkern und die WĂ€rme sorgte dafĂŒr, dass die Schokolade immer flĂŒssig blieb. Außerdem bekamen die Schokolinchen von ihm das Feuer, das sie zur Schokoladenherstellung brauchten. Aber der Feuersalamander war verreist. Und die Feuer waren ausgegangen. Ich bat die Schokolinchen, mich in die Höhle zu bringen. Dort sĂ€uberte ich die drei Kamine und entfachte die Feuer neu. Bald  sprudelte wieder die Schokolade aus dem Brunnen und die Schokolinchen waren ĂŒberglĂŒcklich. Ich versprach ihnen, jeden Tag nach den Feuern zu sehen, bis der Feuersalamander aus dem  Urlaub zurĂŒckkehren wĂŒrde, damit die Schokolinchen in Ruhe arbeiten und sich neue Schokoladenrezepte ausdenken konnten. Zum Dank schenkten sie mir Schokolade so viel ich wollte. Am leckersten aber war der Kakao, den ich bei ihnen bekam. Deshalb trinke ich bis heute so gerne Kakao, wenn auch keiner so gut geschmeckt hat wie der bei den Schokolinchen. Nach zehn Tagen kam der Feuersalamander nach Hause und die Schokolinchen brauchten meine Hilfe nicht mehr. Ich besuchte sie eine Weile nicht, weil ich meine Freunde wiedersah, deren Höhlenarrest beendet war. Als ich nach einem Monat wieder die Schokolinchen besuchen wollte, konnte ich den Eingang nicht mehr finden. Ich suchte lange und kam mehrmals zurĂŒck in der Hoffnung, den Eingang doch noch zu finden. Aber da, wo er gewesen war, war nur noch Felsen.“  

„Ach Opa, wie schade. Ich wĂŒrde auch gerne die Schokolinchen besuchen“, seufzte Fligi.  

Opa lĂ€chelte und strich Fligi ĂŒber den Kopf. Schweigend tranken die drei ihren Kakao aus. Opa sah, wie Drachi und Fligi sich verschwörerische Blicke zuwarfen. Er wusste, dass die Kinder im Stillen beschlossen hatten, den Eingang zum Dorf der Schokolinchen zu suchen. Und er hoffte, dass sie GlĂŒck haben wĂŒrden.

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Julia Steinert Kinderbuchautorin

Rezensionen zu dieser Geschichte

Leserbewertungen

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5 von 5 Sternen (basierend auf 1 Bewertung)
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Schokolinchen

Rated 5 out of 5
24. September 2023

Super Geschichte macht Appetit auf Schokolade

Jolin
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